Stefan Müller-Naumann, München

Auszeichnung BDA Preis Bayern 2019

Haus M5/2

Berg

Stefan Müller-Naumann, München

Haus M5/2

Berg
Projekt
Haus M5/2
Architekt
Beer Bembé Dellinger Architekten und Stadtplaner, Greifbenberg/München
Bauherr
Privat

Auszeichnung

BDA Preis Bayern 2019 – Wohnungsbau

Haus M5/2 ist der James Dean unter den Einfamilienhäusern am Starnberger See. Bei diesem Gebäude tropft die Lässigkeit aus jeder Fuge und es widersetzt sich ohne viel Aufhebens wie selbstverständlich allen tradierten Bildern des Einfamilienhauses mit Garten, die den Großteil der umliegenden Bebauung ausmachen.

Ein langer Riegel mit außenliegender Betontragstruktur in gleichmäßigem Stützenraster liegt wie zufällig ausgebreitet auf dem wild bewachsenen Grundstück. Das zweigeschossige Gebäude ist weit von der Straße zurückgesetzt, halb eingegraben und im oberen Geschoss durch eine große, mittig angeordnete Terrasse zweigeteilt. Dadurch ist weit weniger Bauvolumen sichtbar als vorhanden. Die Terrasse wirkt als Willkommensgeste und trennt Wohnhaus und Gästehaus voneinander. Das Wohnhaus ist als Einraum konzipiert, bei dem sich Eingang, Küche, Ess- und Wohnbereich mühelos aneinanderreihen. Das Gästehaus ist dagegen entlang des Rasters in kleinere Raumeinheiten unterteilt, die Platz für Besucher sowie Arbeitsbereiche für den Bauherren bieten. Beide Baukörper sind im Untergeschoss miteinander verbunden. Hier befinden sich die Schlafräume, Bäder, Nebenräume und die Tiefgarage.

Die Ausfachungen im Betonskelett sind vollverglast. Im Untergeschoss ist die Fassade zurückgesetzt und dem Gebäude ein außenliegender Gang vorgelagert, sodass auch hier eine bodentiefe Verglasung möglich wurde. Es entsteht der Eindruck, sich trotz Zweigeschossigkeit in jeder Ebene auf Erdgeschossniveau zu befinden. Der Bezug zur Natur ist stets präsent und unmittelbar. Die Materialwahl beschränkt sich auf sichtbare Betonflächen, Glas, großflächige Eichholzverkleidung an Boden, Decke und Einbauten sowie graue Juraplatten in den Bädern. Das Betonskelett ist im Innenraum durch einen Wechsel in der Holzverkleidung an Boden und Decke abgebildet.

Im Gesamtbild entsteht ein zurückhaltendes und zugleich kühnes Gebäude, das die konventionelle Einfamilienhausbebauung der Umgebung nicht infrage stellt, sondern ihr in entspannt zurückgelehnter Haltung antwortet: klares Konzept, einfache Struktur, hochwertige Materialien und präzise Ausführung.