André Mailänder

Preisträger BDA-Preis für Architektur und Städtebau im Saarland 2017

Hotel La Maison

Saarlouis

André Mailänder
Projekt
Erweiterung des ehemaligen Oberverwaltungsgerichtes zum Hotel La Maison
Architekt
CBAG.Studio Architekten / Saarlouis
Bauherr
Günter Wagner

Hotel La Maison

Saarlouis Stadtgrundriss ist strukturell geprägt durch die Festungsanlage nach den Entwürfen von Choisy und Vaubant. Noch heute zeichnet der innere Ring auf den aufgeschütteten Wallgräben den Festungsstern nach. Das Hotel „LAMAISON“ hat an diesem für die Städtelandschaft bedeutenden Ring, im Abschnitt „Prälat-Subtil-Ring“, seinen Platz.

Das Hotel, ein Ensemble aus herrschaftlicher Villa des ehemaligen Oberverwaltungsgerichts, dem Hausmeisterhaus und dem Neubau folgen dem Ring. Schon städtebaulich betrachtet agieren die Architekten Christina Beaumont und Achim Gergen von CBAG äußerst subtil, der Neubau rückt leicht hinter die Flucht der Villa und spielt diese als eigenständigen, zentralen Baukörper frei. Die um 1910 gebaute Villa mit Gestaltelementen aus dem Jugendstil und des Klassizismus empfängt den Gast. Über eine symmetrisch angeordnete Treppe betritt man im Bereich des Mittelrisalits das Hotel. Von dort aus verteilt man sich in die verschiedenen Bereiche des Hotels. Eine skulpturale Wendeltreppe aus Stahlblechen, weiß lackiert, markiert den Übergang zum Neubau.

Durch eine klar artikulierte gläserne Fuge ist der Neubau mit den Hotelzimmern vom Bestandsgebäude getrennt. Dieser lichtdurchflutete Raum vermittelt die Sphären der Begegnung in der Villa und des Rückzugs im Neubau. Er gibt den Blick frei auf die öffentliche Straße und den wunderschönen, den Gästen vorbehaltenen Park. Konsequent reagiert der Neubau auf die diese gegensätzlichen Welten. Auf der Straßenseite ermöglicht eine Schicht aus bronzefarbenen, perforierten Aluminiumfaltläden die Aussicht bzw. verwehrt den Einblick. Sind alle Faltläden nachts geschlossen wirkt der Baukörper sehr abstrakt, tagsüber wandelt er sich nach den Bedürfnissen der Gäste auf lebendige Weise. Der Park auf der straßenabgewandten Seite bietet eine ganz andere Anmutung: Die Hotelzimmer öffnen sich hier großzügig mit einer Balkonzone. Die Villa zelebriert mit einer erhabenen Terrasse den Naturraum und das ehemalige Hausmeisterhaus mit neu angebautem Bistro rahmt diesen mit einem Panoramafenster.

Die Architekten meistern souverän, die Gesellschaft der ungleichen Gebäude zu einem harmonischen Ganzen zu fügen. Das fokussierte Bestehende wird durch das Neue gerahmt. Die Materialwahl –helle Materialien für den Bestand und dunkle, bronzefarbene Metallbekleidungen für das Dazugebaute – unterstützt die Wirkung einer Architektur, spielend mit Gegensätzen.

Die BDA Jury würdigt die sensible Kompetenz des Weiter- und Neubauens. Überzeugend präzise gestaltet bereichert das Haus den geschichtsvollen Ort und strahlt darüber hinaus in die ganze Region.

André Mailänder
André Mailänder
Hotel La Maison, Saarlouis

Preisträger

BDA-Preis für Architektur und Städtebau im Saarland 2017

Saarlouis Stadtgrundriss ist strukturell geprägt durch die Festungsanlage nach den Entwürfen von Choisy und Vaubant. Noch heute zeichnet der innere Ring auf den aufgeschütteten Wallgräben den Festungsstern nach. Das Hotel „LAMAISON“ hat an diesem für die Städtelandschaft bedeutenden Ring, im Abschnitt „Prälat-Subtil-Ring“, seinen Platz.

Das Hotel, ein Ensemble aus herrschaftlicher Villa des ehemaligen Oberverwaltungsgerichts, dem Hausmeisterhaus und dem Neubau folgen dem Ring. Schon städtebaulich betrachtet agieren die Architekten Christina Beaumont und Achim Gergen von CBAG äußerst subtil, der Neubau rückt leicht hinter die Flucht der Villa und spielt diese als eigenständigen, zentralen Baukörper frei.

Die um 1910 gebaute Villa mit Gestaltelementen aus dem Jugendstil und des Klassizismus empfängt den Gast. Über eine symmetrisch angeordnete Treppe betritt man im Bereich des Mittelrisalits das Hotel. Von dort aus verteilt man sich in die verschiedenen Bereiche des Hotels. Eine skulpturale Wendeltreppe aus Stahlblechen, weiß lackiert, markiert den Übergang zum Neubau.

Durch eine klar artikulierte gläserne Fuge ist der Neubau mit den Hotelzimmern vom Bestandsgebäude getrennt. Dieser lichtdurchflutete Raum vermittelt die Sphären der Begegnung in der Villa und des Rückzugs im Neubau. Er gibt den Blick frei auf die öffentliche Straße und den wunderschönen, den Gästen vorbehaltenen Park. Konsequent reagiert der Neubau auf die diese gegensätzlichen Welten. Auf der Straßenseite ermöglicht eine Schicht aus bronzefarbenen, perforierten Aluminiumfaltläden die Aussicht bzw. verwehrt den Einblick. Sind alle Faltläden nachts geschlossen wirkt der Baukörper sehr abstrakt, tagsüber wandelt er sich nach den Bedürfnissen der Gäste auf lebendige Weise. Der Park auf der straßenabgewandten Seite bietet eine ganz andere Anmutung: Die Hotelzimmer öffnen sich hier großzügig mit einer Balkonzone. Die Villa zelebriert mit einer erhabenen Terrasse den Naturraum und das ehemalige Hausmeisterhaus mit neu angebautem Bistro rahmt diesen mit einem Panoramafenster.

Die Architekten meistern souverän, die Gesellschaft der ungleichen Gebäude zu einem harmonischen Ganzen zu fügen. Das fokussierte Bestehende wird durch das Neue gerahmt. Die Materialwahl –helle Materialien für den Bestand und dunkle, bronzefarbene Metallbekleidungen für das Dazugebaute – unterstützt die Wirkung einer Architektur, spielend mit Gegensätzen.

Die BDA Jury würdigt die sensible Kompetenz des Weiter- und Neubauens. Überzeugend präzise gestaltet bereichert das Haus den geschichtsvollen Ort und strahlt darüber hinaus in die ganze Region.